FUE oder DHI? Die passende Technik für Ihre Haartransplantation
FUE oder DHI? Wie sich die beiden Techniken der Haartransplantation unterscheiden, wo jede ihre Stärken hat und was mehr zählt als der Name der Technik.
Sobald Sie sich über Haartransplantationen informieren, begegnen Ihnen überall zwei Abkürzungen: FUE und DHI. Oft werden sie als Konkurrenten dargestellt, dabei sind sie eng verwandt. Bei beiden werden die Grafts auf dieselbe Weise entnommen; der Unterschied liegt darin, wie sie an ihrem neuen Platz eingesetzt werden.
Im Folgenden erklären wir, wie beide Verfahren funktionieren, wann welches seine Stärken ausspielt und was mehr Aufmerksamkeit verdient als der Name der Technik.
Was beide Techniken gemeinsam haben
Bei beiden Techniken werden follikuläre Einheiten (natürliche Gruppen aus ein bis vier Haaren) einzeln entnommen, meist am Hinterkopf und an den Seiten, wo das Haar genetisch weniger anfällig für Ausfall ist. Feine Hohlnadeln mit 0,6–1 mm Durchmesser hinterlassen keine lineare Narbe; die winzigen Punkte heilen innerhalb weniger Tage ab und sind meist kaum noch zu sehen, sobald das Haar nachgewachsen ist.
Beide Eingriffe erfolgen in Lokalanästhesie und dauern je nach Anzahl der Grafts meist 6–8 Stunden. Der Tag beginnt damit, dass Ihre Haarlinie eingezeichnet und der Graft-Plan gemeinsam besprochen wird. Der eigentliche Unterschied liegt in der Implantationsphase.
FUE: erst die Kanäle, dann das Einsetzen
Bei der klassischen FUE öffnet die Ärztin oder der Arzt nach der Entnahme der Grafts mit feinen Saphir- oder Stahlklingen winzige Kanäle im Empfängerbereich und legt dabei Winkel, Richtung und Dichte der künftigen Haare fest. Anschließend werden die Grafts mit einer feinen Pinzette einzeln in diese Kanäle gesetzt.
- Gut geeignet, um größere Areale in einer einzigen Sitzung zu planen.
- Da das Öffnen der Kanäle und das Einsetzen getrennte Schritte sind, lässt sich die Dichteverteilung für das gesamte Areal vorab festlegen.
- Erfordert in der Regel, dass das Haar im Spender- und im Empfängerbereich kurz geschnitten wird.
DHI: Kanal und Einsetzen in einem Schritt
Bei DHI wird jedes Graft in ein stiftähnliches Instrument geladen, den sogenannten Choi-Implanter. Damit wird der Kanal geöffnet und das Graft in einer einzigen Bewegung eingesetzt – so lassen sich Winkel, Tiefe und Richtung jedes Haares einzeln steuern.
- Ermöglicht eine feine Steuerung bei der Gestaltung der Haarlinie und in empfindlichen Bereichen wie den Augenbrauen.
- Hilft, das umliegende Haar zu schonen, wenn zwischen vorhandenen Haaren verdichtet wird.
- In geeigneten Fällen muss das Haar im Empfängerbereich nicht gekürzt werden, im Spenderbereich jedoch meist schon.
- Das Verfahren ist zeit- und personalintensiver, daher kann die in einer Sitzung behandelte Fläche kleiner ausfallen.
Im Vergleich: Was passt zu welcher Ausgangslage?
Diese Zuordnungen bieten eine allgemeine Orientierung; die endgültige Entscheidung beruht auf Ihrer Untersuchung.
- Ausgedehnter Haarverlust im vorderen Bereich und am Oberkopf: FUE ist oft die praktikablere Option.
- Neugestaltung der Haarlinie oder Behandlung eines begrenzten Areals: DHI ermöglicht eine feine Steuerung.
- Lichte Bereiche mit noch vorhandenem Haar: DHI erlaubt ein kontrollierteres Einsetzen zwischen bestehenden Haaren.
- Wunsch, das Haar nicht zu kürzen: Bei geeigneten Voraussetzungen kann DHI infrage kommen.
- Heilung und Zeit bis zum Ergebnis: bei beiden Techniken ähnlich.
Viele Pläne kombinieren beide: FUE für größere Areale, DHI für die Haarlinie. Entscheidend ist, dass die Technik zu Ihnen passt – nicht, dass Sie sich einer Technik anpassen.
“Die richtige Technik ist die, die zu Ihrem Haar, Ihrem Ausfallmuster und Ihren Zielen passt. Eine Abkürzung allein verspricht nichts.”
Was wichtiger ist als die Technik
Die Technik ist nur einer der Faktoren, die Ihr Ergebnis prägen. Die Kapazität des Spenderbereichs ist begrenzt, und dort entnommene Follikel wachsen nicht nach. Eine gute Planung berücksichtigt deshalb die kommenden Jahre und nicht nur Ihren aktuellen Haarverlust. Im Beratungsgespräch empfehlen wir, folgende Punkte anzusprechen:
- Die Dichte Ihres Spenderbereichs und wie viele Grafts sicher entnommen werden können
- Eine Haarlinie, die zu Ihrem Alter und Gesicht passt und auch mit den Jahren natürlich wirkt
- Wie Ihr Haarausfall fortschreiten könnte – und ein Plan, um Ihr vorhandenes Haar zu erhalten
- Welche Schritte die Ärztin oder der Arzt persönlich durchführt und wie das Team arbeitet
Bei Frauen und bei früh einsetzendem Haarausfall ist es umso wichtiger, vor einer Transplantation die Ursache abzuklären. Faktoren wie die Schilddrüsenfunktion, ein Eisenmangel oder hormonelle Einflüsse sollten zuerst angegangen werden.
Heilung und zeitlicher Verlauf bis zum Ergebnis
Die Heilung verläuft nach FUE und DHI weitgehend gleich:
- Die ersten 7–10 Tage: Im Empfängerbereich bilden sich Rötungen und kleine Krusten. Ihr Team begleitet Sie bei der ersten Haarwäsche, und um den 10. Tag lösen sich die Krusten.
- Woche 2–6: Ein Teil der transplantierten Haare fällt vorübergehend aus. Dieser sogenannte Shock Loss ist normal, denn die Follikel bleiben erhalten.
- Monat 3–4: Neue Haare beginnen zu wachsen, anfangs fein und hell.
- Monat 6: Die Veränderung wird deutlich sichtbar, und die Haare werden weiter kräftiger.
- Monat 12–18: Die endgültige Dichte und Struktur zeigen sich; am Oberkopf kann es etwas länger dauern.
Sonnenschutz für die Kopfhaut, keine Berührung des Empfängerbereichs in den ersten Wochen und die Rückkehr zum Sport erst nach Absprache mit Ihrem Team: All das unterstützt die Heilung. Das Ergebnis erfordert Geduld, denn die ersten Monate spiegeln die endgültige Dichte noch nicht wider.
Wenn Sie wissen möchten, welche Technik zu Ihnen passt, senden Sie uns für eine kostenlose Online-Beratung Fotos Ihrer Haare aus mehreren Perspektiven. Dr. Can Ertekin und das Team erläutern Ihnen Ihre Spenderkapazität und Ihre Optionen in verständlicher Sprache; für Ihre Entscheidung können Sie sich alle Zeit nehmen, die Sie brauchen.